SIBIRIEN

Lässt niemanden kalt!

 

Nicht Touristen, sondern Reisende wollen wir sein

Zeit ist relativ. Sie vergeht – aber das tut sie sehr unterschiedlich schnell. Die Kosaken brauchten mehrere Monate, um im 17. Jhd. von Moskau zum Baikalsee zu gelangen. Heute lässt sich die gleiche Distanz in knapp sechs Stunden bewältigen.

Die Welt ist klein geworden, mindestens für uns Menschen der westlichen Gesellschaft. Klein aber bedeutet nicht überschaubarer – im Gegenteil. Nie zuvor war dieser Planet so gross, so schillernd, so kompliziert wie in der heutigen Zeit; es mag zwar fast keine weissen Flecken mehr geben, keinen Ort, der nicht erfasst wäre und trotz allfälligen Mühen auch erreichbar. Und ein klein wenig davon wollen wir „erfahren“.

Das Andere, das Fremde – es bleibt uns anders, es bleibt uns fremd, wenn wir die Möglichkeiten nicht wahrnehmen, es kennen zu lernen. Meistens sind wir lieber Touristen als Reisende. Wir wollen uns aber als Reisende verstehen, wir wollen weg gehen, um dem Alltag zu entfliehen, das Andere, das Fremde in uns aufnehmen. Wir wollen der Reise wegen unterwegs sein und dabei Verzicht üben an dem, was wir bereits kennen und schätzen. Der Weg ist das Ziel.

Es ist heute kaum mehr vorstellbar, dass jemand wie Alexander von Humboldt zwischen dem 18. und 19. Jhd. noch sein ganzes Leben damit verbrachte, fern der Heimat immer Neues zu entdecken, dieses zu dokumentieren und für die Nachkommen zu erschliessen. Heute ist viel Wissen einfach da, es ist für alle verfügbar und kann von allen genutzt werden. Diese erlebbare Existenz beruhigt. Sie ist wahrlich auch ein Segen der Zeit und führt im besten Sinn zu einer Demokratisierung des Wissens. Aber sie macht auch träge. Im Zweifelsfalle finden wir ja sofort, was wir nicht selber entdecken wollen: irgendjemand war sicher schon da, hat dokumentiert in Wort, Bild, Ton... Die Neugier ist schnell befriedigt, auch mit Halbgarem und Angedichtetem. Es lässt sich nachweisen, dass das kontextuelle Wissen des Einzelnen in jüngerer Zeit ab-, dafür aber die Fähigkeit, Fakten im digitalen Kosmos rasch zu finden, zunimmt. Die Fähigkeit des Einzelnen zur Verknüpfung zwischen Fakten und tiefer liegenden Zusammenhängen aber schwindet.

Genauer hinzusehen aber, skeptisch zu bleiben ohne Zynismus, sich seine eigenen Gedanken zu machen und sich dennoch anderen zu öffnen – das bleibt unabhängig von allen Vereinfachungen erstrebenswert. 

Denn sie sind Garanten für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben. Es macht daher einen Unterschied, wer den Dingen auf den Grund gehen will und sich nicht mit den erstbesten Antworten und Angeboten abspeisen lässt.  Kritische Distanz gehört genau so dazu, wie Mut und Neugierde notwendig sind. Sich auf Unbekanntes einlassen schadet nicht. Sondern es erhellt.

Wissen wollen, neugierig bleiben, selber erleben – das sind Bestandteile eines Vorgangs, der nie endet, sondern Kontinuum ist. Und daher wird über Zeit ärmer, wer sich dem Neuen, dem Anderen, auch dem Fremden und Unbekannten verschliesst, nur weil als Bedrohung oder unwichtig empfunden wird, was nicht im eigenen Saft gegart ist.

Wären die Kosaken und Alexander von Humboldt einfach Touristen gewesen, wären sie verblasst in der Geschichte.

Sie aber waren Reisende, Entdecker. Und machten uns damit vor, wie man reicher wird durch Offenheit, Neugier und Mut.

Lassen Sie sich vom Pioniergeist, vom Unbekannten und der Neugierde leiten.

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